
Nein, dieses Mal meine nicht die Taskmanagement Software für OSX, sondern eine Digitalkamera, die in meinen Augen ein kleine Revolution in der Fotografie auslösen könnte. “Lytro” heißt das Ding und schießt Fotos, bei denen man nachträglich über eine spezielle Software die Schärfeebene bestimmen kann. Nachträglich! So oft man möchte! Sollte das System tatsächlich so gut funktionieren wie beschworen und auch ein gute Bildqualität liefern, sind wir Blade Runner wieder ein gutes Stückchen näher gekommen.
Hier ein Testbild, mit dem man etwas spielen kann (Sprachbefehle funktionieren leider noch nicht) und hier ein Link zur Gallerie.
u.a. via likecool

Gerade bin ich über eine Studie gestolpert, bei der versucht wurde anhand der objektiven, technischen Daten von Fotografien Rückschlüsse auf deren subjektive Attraktivität zu ziehen. Halbwegs moderne Digitalkameras speichern bestimmte Parameter (Kameramodell, Blende, Belichtungszeit, Brennweite, Uhrzeit der Aufnahme usw.) im sogenannten EXIF Data Header. Mit Hilfe eines, aus über 552000 Fotos des Dating Portals OkCupid zusammengestellten, Online-Fragebogens wurden über 11,4 Millionen Antworten auf die Frage gesammelt, was ein gutes Foto ausmacht.

Auf 6mpixel.org kann endlich einmal in halbwegs verständlicher Form nachgelesen werden, was in Expertenkreisen (ououu, den Begriff wollte ich schon immer mal verwenden) schon längst bekannt ist: Die marketingbefeuerte Megapixelspirale dreht sich auf Kosten der Bildqualität.
Mehr als 6 Megapixel machen bei den beschränkten Sensorengrößen in Kompaktkameras schlicht keinen Sinn, sondern verschlechtern nur die Lichtempfindlichkeit, das Rauschverhalten und die nominelle Auflösung. Und fast alle Hersteller ignorieren diese Tatsache geflissentlich, selbst lobenswerte Ausnahmen wie die legendäre Finepix F31fd sind nicht mehr oder nur noch zu horrenden Preisen im Handel erhältlich, während bei den Nachfolgemodellen die Bildqualität antiproportional zur Megapixelanzahl sinkt.
In diesem Zusammenhang frage ich mich mal wieder, wann endlich mein Ruf nach einer dezenten, auf maximale Lichtstärke, schnelle Auslöseverzögerung einfachste Bedienung ausgerichtete Partykamera erhört wird. Ich denke da an so eine Art digitale LOMO LC-A oder eine WÜRDIGE digitale Nachfolgerin für die seelige Olympus µ-I.
Also liebe Ingenieure und Designer, besinnt euch auf alte Tugenden und laßt die Marketingtypen ruhig quatschen…
Während Robert Basic die Seite etwas unübersichtlich findet, liefert creezy in den Kommentaren mal eben eine einwandtfreie Kurzversion ab – Respekt.

Man nehme einen nagelneuen, megapixelgedopten Spiegelreflexboliden und fotografiere damit durch den Sucher von Opis alter Pocketkamera. Eröffnen sich hier tatsächlich neue Perspektiven oder ist das letztenendes nichts anderes als eine Art analoger Photoshopfilter? Oder habe ich mich nur endgültig an der makellos glattscharfen HDR Digicamästhetik sattgesehen?
Ich mag´s jedenfalls.
via boingboing
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