Freddy Langer ist eigentlich Journalist und Leiter des Reiseblatts der FAZ. Aber er ist auf eine besondere Weise auch Fotograf. Freddy Langer fotografiert seit fast 30 Jahren Prominente. Das ist zunächst nichts ungewöhnliches, denn das machen viele Fotografen. Wäre da nicht dieser kleine Stofffetzen, umgangssprachlich auch Schlafbrille genannt, wären seine Bilder vermutlich auch nicht wirklich außergewöhnlich.
Nach einer durchgefeierten Nacht mit einem Kumpel, mit einer Polariodkamera und einer Schlafbrille auf dem Küchentisch entstand Anfang der 80er die Idee für das Projekt WHO IS WHO, für das bis heute über 350 Leute posiert haben. Seit dem fotografiert Langer alle möglichen Promis mit einer Schlafbrille vor dem Gesicht: Andy Warhol, Joseph Beuys, Wolfgang Tillmans, Claudia Cardinale, John Malkovich, Peter Fonda, Dennis Hopper, Michel Houellebecq, Harald Schmidt, Andrea Sawatzki, Ulrich Tukur und viele andere Entertainer, Moderatoren, Schauspieler, Musiker, Künstler, Sportler und Schriftsteller. Er hat immer und überall Polaroid Kamera und Schlafbrille (von damals) dabei, um immer bereit für das nächste Bild zu sein. Einige kann man hier ansehen. Das verrückte dabei ist, dass wir die tausendfach fotografierten Bilder auch ohne den Ausdruck der Augen erkennen … ratet mal mit Rosenthal! – Wen es interessiert: Der Metermorphosen Verlag hat ein cooles Memory zur WHO IS WHO Ausstellung publiziert.
Der in Dänemark geborene und in New York lebende Fotojournalist Peter Funch konstruiert in seiner Serie “Babel Tales” thematisch sortierte Straßenszenen, also sowas wie “Dieses Foto zeigt nur Leute, die gähnen”. Hört sich banal an und ist es ein Stück weit sicher auch, trotzdem entfalten die Arbeiten eine Tiefe, die über den “Finde die Gemeinsamkeit”-Charakter hinausgeht. Funch´s “Babel Tales” sind fotografische Dioramen, verhaftet in Raum und Struktur, aber herausgelöst aus der Zeit.
An allen Ecken und Enden des Web ertönt das Wehklagen über “geschoppte” Fotografie, also per Photoshop (als Synonym für die digitale Bildbearbeitung) veränderte Fotos. Überschlanke Models, falsche Schatten und fehlende Bauchnabel liefern den Stoff für etliche Blogeinträge und selbstbemitleidendes Gejammer über eine vermeintlich verloren gegangene Authentizität der Fotografie, die es niemals gab.
Christophe Huet betreibt die Schopperei bewußt und völlig ungeniert und geht als Retuscheur mindestens einen Schritt weiter, als viele seiner “Kollegen“. Sein Portfolio besteht zum größten Teil aus Arbeiten für Werbekunden, trotzdem lohnt es sich einen Blick hinein zu werfen. Im Bereich “MAKING OF” kann man sich anschauen, wie einige der Motive entstanden sind.
Die Familie On in Berlin. Es fehlen leider einige Mitglieder. Foto. Herrbert
Das Wonst ist vorbei. Die einem haben die Wonst-Depressionen überwunden, den anderen hängt der King immer noch im Nacken. Mir ist er heute allerdings erschienen. In Form einer Fotoserie von Alexander von Reiswitz.
“Family Constellation” ist auf den ersten Blick eine Serie von Familienporträts.
Man nehme einen nagelneuen, megapixelgedopten Spiegelreflexboliden und fotografiere damit durch den Sucher von Opis alter Pocketkamera. Eröffnen sich hier tatsächlich neue Perspektiven oder ist das letztenendes nichts anderes als eine Art analoger Photoshopfilter? Oder habe ich mich nur endgültig an der makellos glattscharfen HDR Digicamästhetik sattgesehen?
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