ONS des Jahres 2010 – Jerome Kerviel
Der Mann wurde zu 5 Jahren Haft und…. 4,900,000,000 Euro verknackt. Ooops.

Der Mann wurde zu 5 Jahren Haft und…. 4,900,000,000 Euro verknackt. Ooops.

Im Mai dieses Jahres schickte sich Peter Schmidt vom Verband der Generikahersteller an, dem doch arg beargwöhnten Berufsstand des Lobbyisten ein sympathisches, ja menschliches Antlitz zu verleihen.
Eine Entwicklung, die ich gerne weiterverfolgt hätte, wäre Peter Schmidt nicht im darauffolgenden Monat seiner Aufgaben entbunden worden.
Mehr zu den im Interview und in der Meldung vom Ärzteblatt erwähnten Rabattverträge steht übrigens hier.
Drücken Sie jetzt den Latscho-Button für Kandidat Nr. 2 – Peter Schmidt!
Jahresende – Zeit der Rückblicke und was bin ich froh, keinen Fernseher zu besitzen.
Nun bin ich aber vor einiger Zeit über ein Interview gestolpert, das mich beeindruckt hat wie schon lange keines mehr (seit dem mit Cora Schumacher, von dem ich immer noch nicht weiß, ob des Satire war).
So sehr beeindruckt, dass ich die Wahl zum Menschen des Jahres… zum On des Jahres anregen möchte und hiermit auch gleich einen ersten Kandidaten vorstelle:
Der Starproduzent Frank Farian!
Begründung:
Frank Farian hat im Kampf um Chartplatzierungen auf dem hartumkämpten englischsprachigen Musikmarkt zahlreiche Erfolge für sein Vaterland errungen, die sonst niemand, insbesondere nicht Dieter Bohlen, vorzuweisen hat.
Ausschlaggebend für die Nominierung ist sein erst jetzt (durch das am 14.11.2010 auf Spiegel Online erschienene Interview) bekannt gewordenes Engagement zur Rettung seines ehemaligen Tänzers R. Pilatus (Milli Vanilli) aus dem Drogensumpf.
Dabei hatte ihn Pilatus mit Bandkollegen Morvan zuvor einen der größten und teuersten Skandale der Musikgeschichte eingebrockt, indem sie in seinen Videos zu von ihm produzierter Musik tanzten und die Lippen bewegten obwohl sie offenbar nur tanzen sollten:
“Ich hatte damals einen Song produziert, dessen Originalsänger aber nicht telegen genug waren, um ein Musik-Video mit ihnen zu drehen. Nun hatten mich kurz zuvor zwei junge Männer, Robert Pilatus und Fabrice Morvan, kontaktiert, die attraktiv aussahen und sich gut bewegen konnten. Also dachte ich mir, die zwei Jungs können in dem Video doch tanzen. Das war die Grundidee. Als ich dann zum Videodreh kam, hatten sich Robert und Morvan schon die Mikrophone geschnappt und bewegten ihre Lippen zum Playback.”
Eine Beendigung der Scharade war selbst für den ausgebufften Kontrollfreak Farian unmöglich: “Ich wollte das beenden und sagte, dass wir das nicht machen können. Aber alle anderen meinten: “Sei ruhig, lass alles schön laufen. Die beiden sind eine Weltsensation!” Dann habe ich nichts mehr gesagt.”
Doch obwohl er diesen Betrug am Publikum sehr zusetzte (“Das war für mich eine absolute Niederlage. Ich habe es als großen Betrug am Publikum empfunden und mir geschworen, so etwas nie wieder zu machen.“) und obwohl die beiden seit längerem ganz schön arrogant waren und zudem ständig zugekokst (“Sie wurden arrogant, kamen nur noch mit dicken Sonnenbrillen ins Studio und haben niemandem mehr “Guten Tag” gesagt. Rob verkündete sogar: “Ich gebe nur noch Interviews, wenn ich vorher Drogen bekomme.”“) trägt er seinen ehemaligen Schützlingen nichts nach:
“Ich kann nicht sagen, dass ich traurig bin, wenn mir Leute noch heute zu der Musik von Milli Vanilli gratulieren. Ich reise oft und dann fragen mich die Menschen, was ich so mache. Wenn ich dann erzähle, ich habe Milli Vanilli produziert, ist das immer ein Gesprächsthema, mit dem man auch gut durch die Passkontrollen kommt. Insofern ist die ganze Sache nicht von Nachteil für mich. Und immerhin: Milli Vanilli gehört bis heute in die Top Ten der internationalen Pop-Skandale.”
Ja mehr noch: in einer dramatischen aber leider knapp gescheiterten Aktion versucht er, Pilatus zu retten: “10.000 Mark habe ich ihm gegeben, damit er in Sri Lanka einen Entzug macht.”
Jetzt hat man ja als Musikproduzent weißgott nichts mit Drogen zu tun aber man liest ja Zeitung und weiß, dass so eine Junkie nur ein großes Ziel vor Augen hat… einen Grund, jeden Tag aufzustehen, mühsam Autos aufzubrechen oder Handtaschen zu plündern – nämlich: Geld für einen Entzug auf Sri Lanka zusammenzukratzen. Doch nun macht der verrückte Cracknigger etwas völlig unerwartetes: “Aber Rob ist mit dem Geld zum Bahnhof gefahren und hat sich vollgekokst. Einen Tag später kam er abends ins Studio, am ganzen Körper zitternd. Er war völlig blank, nicht einmal den Taxifahrer konnte er mehr bezahlen. Ich sagte: “Geh ins Hotel und schlaf dich aus. Morgen reden wir über die Sache.” Aber dann war er tot”
Drücken Sie den Latscho-Button für Kandidat Nr. 1 – Starproduzent Frank Farian!
Was Weihnachtsfeiern so mit Dir machen können, ts ts ts…
Da liege ich also Freitag nachmittag immer noch im Bett und komme gerade wieder zu mir. Und das erste worüber ich an diesem bereits vergangenen Tage stolpere, sind Modern Talking. Nein, ich werde nicht erklären wie es dazu gekommen ist, weil ich es selbst nicht weiß. Vielleicht liegt es daran, dass ich zu den wenigen Menschen gehöre, die in ihrer Plattensammlung sogar eines der frühen Meisterwerke auf Vinyl besitzen. Aber das sind verwegene Mutmaßungen und die Wahrheit werden wir niemals erfahren
Wie dem auch sei: Das hier gehört einfach ans Tageslicht. Es gibt wahrlich nicht viele die “heart” auf “heart” reimen können oder dürfen. Eigentlich reicht das auch schon um unsterblich zu werden. Und wenn sie dann noch zu zweit auf der Bühne stehen und großartig auf Instrumenten rumklopfen, die im Song nicht wirklich hörbar sind, bleibe ich sprachlos und ehrfürchtig. Warum habe ich bis heute eigentlich noch nie pinken Lipgloss zum Geburtstag geschenkt bekommen? I am living in my, living in my dreams!

Für unsere Klassikfreunde ein kleiner Leckerbissen zwischendurch:
Hier gibt es die kompletten Orgelwerke des guten alten Johann Sebastian Bach als Download. Umsonst. Legal.
Viel Spaß damit.
Von openculture via rivva magazine

eine kurze Geschichte über das Laufen.
Also das Einbetten funktioniert leider nicht, ihr müsst also direkt auf die Website von npr, sorry…
Alle, die hierzulande in den letzten Tagen mal im Kino gewesen sind, werden ihn wahrscheinlich gesehen haben: Den Werbespot, bei dem Hugh Jackman nach dem Genuss eines köstlichen Li**** Eis*** durch ein Hotel tanzt.
Natürlich kommt die Idee hierzu nicht aus den thinktanks der Agentur, sondern basiert auf einem Videoclip, den Spike Jonze (Where the Wild Things Are) einst mit Christopher Walken in der Hauptrolle für Fatboy Slims “Weapon of Choice” gedreht hat. Ich nutze die Gelegenheit, um 1. dieses furiose Video nochmal posten zu können, 2. zu zeigen, wie erbärmlich der Werbeclip im Vergleich zu Original tatsächlich ist.
Hier das Original:
Und hier die Kopie:
Die zunehmende Sperrwut auf Youtube macht’s einem ja nicht grade leichter, hier seinen kulturhistorischen Auftrag zu erfüllen.
Sei es drum – it’s Raggatime. FOTC vs. Shaggy.
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