Man kann im europäischen Kulturraum aufwachsen, ohne einmal im Phantasialand gewesen zu sein, ohne Star Wars gesehen zu haben und ich hab sogar von Leuten gehört, die keine einzige Folge A-Team gesehen haben. Ja, sowas gibt es. Aber ich kenne wirklich keine einzige Person, die noch nie einen James Bond gesehen hat. Über das Phänomen James Bond und seine Wandlungen im Laufe der Jahrzehnte lassen sich problemlos Bücherwände füllen.
Seit ich vor einigen Wochen auf dem Fantasy Filmfest von Waltz with Bashir gehört und gelesen habe, ihn dort aber leider nicht sehen konnte, musste ich zähneknirschend bis zum Bundesstart warten, um den Film zu sehen. Heute endlich war es soweit und ich kann schon mal eins vorweg sagen:
Diesen Film wird man ganz sicher nicht mehr so schnell los.
Wonst upon a time ago hat das schweizer Künstlerduo Fischli und Weiss eine sehr schöne Installation aufgebaut und diese auf Video dokumentiert; vielleicht kennt Ihr diesen Film schon. Wenn nicht, dann hier zur Auffrischung:
Und Honda hat diese Idee dann mal schnell für eine Werbung geklaut. Sie ist wohl auch schon zwei Jahre alt, aber ich halte sie für sehr zeigenswert! Könnte auch mal eine WONST-Herausforderung werden.
Die Filmliste aus vorangegangene Posting ist ja hier und bei den fünf Filmfreunden (und sicherlich auch bei Empire) und auch zu Recht als sehr gegenwartslastig kritisiert worden. Überraschend ist das Ganze nicht – der aktuelle Batman ist eben auch in den Köpfen engagierter Filmfans präsenter als Citizen Kane. Is je alles irgendwo schon diskutiert worden. Interessant wird’s aber, wenn man sich mal die Platzierungen innerhalb von “Filmreihen” anschaut, denn hier seh ich doch einen deutlichen Trend gegen Remakes (s. King Kong & Planet of Apes) , Sequeleskapaden (Rambo, Indie Jones & Star Wars) und sonstiges uninspiriertes Abmelken einer ehemals guten Idee (Clerks ist als einziger von Smith’ New Jersey Trilogie gelistet).
Ist nun das Prinzip Remake an sich zum Scheitern verurteilt? Nein, denn dass es auch anders geht zeigt folgender Ausschnitt. Wenn sich nämlich der Regisseur aufs Wesentliche konzentriert, die modernen teschnischen Möglichkeiten mit Bedacht, storydienlich und nicht nur des Effektes wegen einsetzt, wenn er seinen Schauspielern Raum und Zeit lässt, dann kann es durchaus gelingen aus dem Schatten eines noch so übemächtigen Klassikers hervorzutreten. Urteilen sie selbst.
Das Empire Magazin hat 10.000 Leser, 150 Hollywoodgrößen und 50 bekannte Filmkritiker nach den besten Filmen befragt und herausgekommen ist dabei die Liste der 500 besten Filme aller Zeiten. Auf den ersten Blick kann ich die dort gelisteten Filme, sofern ich sie gesehen habe und mit Ausnahme von The Prestige auch durchaus unterschreiben.
Ja wenn jetzt auch noch Elektro-Acts böse sein wollen, was passiert dann mit dem guten alten Rock´n Roll? Wie soll man sich denn da noch abgrenzen? Wie auch immer, der Trailer zur am 10. November erscheinenden Justice-Doku “A Cross The Universe” sieht jedenfalls ziemlich vielversprechend aus – auch abgesehen von den obenohne Aufnahmen…
La Zona taucht ein in die trügerisch heile Welt eines Reichenviertels in Mexico City, das durch Sicherheitstore hermetisch vom chaotischen Rest der Stadt abgeschottet ist. Was mit einem am elektrischen Zaun der Siedlung verbrennenden Schmetterling reichlich symbolüberladen beginnt, entwickelt sich rasch zu einem atemberaubenden Film über einen jungen Kleinkriminellen, der nach einem gescheiterten Überfall in der Siedlung gefangen ist und verzweifelt versucht, der Rachsucht der Anwohner zu entkommen.
Regisseur Plá, der für sein Debüt zahlreiche Preise bei Filmfestivals einheimste, seziert gekonnt die Kontraste zwischen Arm und Reich und zeichnet ein aufschlussreiches Bild über das Gefangensein in sozialen Strukturen. Gleichzeitig integriert der Film so unterschiedliche Themen wie Korruption, Gerechtigkeit und Selbstjustiz. Dies gelingt deshalb so mühelos, weil Plá zu keiner Zeit versucht, diese Phänomene isoliert abzuhandeln, sondern sie geschickt in Beziehung zueinander setzt und als stützende Elemente des Grundproblems identifiziert: dem Erstarren einer Gesellschaft in lähmender Segregation. Dringend empfohlen.
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