Gleiches Netz für alle

Viele von euch werden es wahrscheinlich mitbekommen haben: Die Telekom hat vergangenen Monat angekündigt, ihre DSL-Verträge mit einem Datenlimit zu belegen und bei dessen Überschreitung die Übertragungsgeschwindigkeit drastisch zu reduzieren. Was sich zunächst nach einer simplen Preiserhöhung anhört, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als massive Gefährdung der Netzneutralität:

Hää? Netzneutralität? Wasdasdenn? Kurz erklärt: Wenn die Wasserwerke für Leitungswasser, mit dem der morgendliche Kaffee zubereite wurde mehr berechnen würden, als für jenes, das zum Wäsche waschen verwendet wurde.

Die Telekom klammert Datentransfers, die durch ihre eigenen Dienste (z.b. Videostreaming) entstehen, von der Drosselung aus, was zur Folge hat, das Datenintensive Dienste wie z.b. Youtube oder andere Video-on-Demand Anbieter nach Erreichen des Datenlimits nicht mehr zu gebrauchen sind, während die Telekom fröhlich weiterstreamt und sich somit einen Wettbewerbsvorteil verschafft.

Die Telekom könnte als Internetprovider beginnen, bestimmte Dienste und Anbieter nur gegen Aufpreis oder nach Zahlung von “Transfergebühren” durch die betroffenen Unternehmen zugänglich zu machen. Kleinere Unternehmen und Startups würden Probleme bekommen, mit den finanzstarken Internetriesen wie Facebook oder Google mitzuhalten.

Mit anderen Worten, die Telekom als Internetprovider hätte Einfluss darauf, welche Daten sie weiterleitet und welche nicht und könnte damit indirekt Preise für unterschiedliche Dienste festlegen. Und mit der Drosselung würden sie sich erfolgreich ein paar weitere Jahre um den dringend notwendigen weiteren Ausbau der Netzinfrastruktur herumdrücken.

Bitte informiert euch und holt zu diesem Thema weitere Informationen ein, zum Beispiel hier bei diesem sehr guten Artikel zum Thema, bei der Aktion Echtes Netz oder unter digitalegesellschaft.de. Wir dürfen nicht zulassen, dass die Telekom damit durchkommt.

 

Posted by

Artur

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