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  1. GravatarArtur

    Also ich muss ja sagen, dass ich in diesen Polikliniken immer ganz vorzüglich betreut wurde, insbesondere die zahnmedizinische Abteilung in Fennpfuhl ist wirklich sehr empfehlenswert.
    Interessanter Bericht, der allerdings eines versäumt, nämlich Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Das Dilemma im Gesundheitsbereich ist meiner Meinung nach die unglückliche Kombination von Unternehmertum auf der einen Seite, denn ein niedergelassener Arzt ist nichts anderes als ein “Kleinunternehmer” und die gesellschaftliche Verantwortung zur medizinischen Versorgung auf der anderen Seite.
    Bei einem Arztbesuch gibt es ja nun die interessante Situation, dass der Kunde, also der Patient, die Dienstleistung nicht unmittelbar bezahlt, sondern eine dritte Einrichtung -- die Krankenkasse. Für die Ärzte ist dies zunächst einmal eine äußerst günstige und lukrative Situation.
    Die (gesetzlichen) Kassen haben aufgrund vieler Faktoren (Überalterung, anstieg der Behandlungskosten, Abwanderung in private Kassen usw.) allerdings ein Geldproblem, welches sie, wie es sich für standesgemäße Beamten gehört, mit Controlling und Sparmaßnahmen auf bürokratischem Wege zu lösen versuchen. Ich glaube ja nicht, dass das funktionieren wird.

    Ich sehe da andere Hebel, die man betätigen könnte:
    Eine stärkere Beteiligung der privaten Kassen am gesetzlichen Kassensystem. Jeder soll die Möglichkeit haben, sich so privat zu versichern wie er Lust hat, allerdings ZUSÄTZLICH zum gesetzlichen Beitrag. Ich sehe das als gesellschaftliche Verantwortung, der sich niemand entziehen darf. Laut des Beitrages ist die lukrativere Behandlung von Privatkunden schließlich der Hauptgrund für den Wegzug vieler Praxen. Wahrscheinlich würde das die finanziellen Lücken nicht vollends schließen, aber mit Sicherheit einige Leute davon abhalten sich privat zu versichern. Das Eröffnen einer Praxis in finanzstärkeren Bezirken wäre weniger erfolgversprechend und die Abdeckung der übrigen Bezirke damit besser. Milchmädchenrechnung? Hm, vielleicht…

    Darüber hinaus halte ich Einrichtungen wie das Polikum für sehr sinnvoll. Ich bin wirklich alles andere als ein Effizienzfanatiker aber eine Einrichtung, bei der fachgebietübergreifend auf kurzen Wegen gearbeitet wird, macht einfach Sinn und bietet Ärzten außerdem die Möglichkeit in einem Angestelltenverhältnis zu arbeiten. Ein guter Mediziner ist nämlich nicht automatisch auch ein guter Unternehmer, also in der Lage eine eigene Praxis zu führen.

    Mich würde außerdem auch wirklich mal interessieren, wie die Bilanz einer Arztpraxis in Neukölln im Vergleich zu einem durchschnittlichen ähnlich großen Dienstleistungsunternehmen aussieht.

  2. Gravatareasy

    fuck, ich kann den Beitrag, und viel wichtiger, die 22. Minute nicht sehen….irgendein Fehler grrrrr

  3. GravatarTschansko

    Ich finde den “Hebel” von dem Artur spricht eine gute Idee. Es gibt nun mal die “zwei-Klassen-Medizin”, obwohl unsere Politiker behaupten, dass würde nicht stimmen. Ein Privatpatient ist für den Arzt als Unternehmer ein wirtschaftlich viel interessanterer “Kunde” als der AOK-Patient. Es gibt kein Budget, die meisten einzelnen Abrechnungspositionen sind besser bewertet und man hat zusätzlich die Möglichkeit diese Position mit einem Faktor noch zu steigern, wenn die Behandlung schwieriger war oder länger gedauert hat.
    Ich finde man sollte die private Versicherung in die gesetzliche eingliedern und eine gesetzliche Grundversicherung einrichten, ähnlich wie die gesetzliche Krankenkasse heute, weil mehr leisten gesetzlichen Krankenkassen schon heute nicht. Die Maßgabe von den gesetzlichen Krankenkassen für die Behandlung ist ausreichend, wirtschaftlich und zweckmäßig. Ausreichend ist nach Schulnotensystem eine vier.
    Deswegen sollte es die Möglichkeit geben, zu der gesetzlichen Grundversicherung eine private Zusatzversicherung abzuschließen.Die der einzelne für sich für wichtig hält Das würde bedeuten, dass der Sportler die Möglichkeit hat seine Risiken mit einem Zusatzbeitrag abzudecken und würde dann auch vom Chefarzt behandelt werden, wenn er es möchte. Oder der Raucher beim Lungenarzt etc.
    Ich denke, dass man die Kassenbeiträge, dadurch, dass alle in eine Kasse einzahlen, deutlich senken könnte und es zu mehr Behandlungsgerechtigkeit kommen würde. Kürzere Wartezeiten auch für Kassenpatienten.

  4. GravatarArtur

    Finde ich gut.

  5. GravatarArtur

    @Easy: Hast Du es mal mit dem “Mediathek”-Programm probiert? http://www.onsline.de/2011/11/02/mediathek/

“Onsline TV-Tipp auf Arte: “Arzt dringend gesucht”” kommentieren