Autoren, Verleger und das Urheberrecht

Nie wurde so viel über Urheberrecht, Verlage und Autoren geredet, wie in den letzten Wochen und Monaten. An das Gejammer der Film- und Musikindustrie hat man sich ja schon irgendwie gewöhnt, mittlerweile kommt da fast das Gefühl eines Status-Quo auf: Der ein oder andere böse “Raubkopierer” wird hopsgenommen, während es mit den beiden dicken Industrienen stetig bergab geht und sich parallel dazu im Web ein alternatives mediales Ökosystem entwickelt. Langsam zwar, aber immerhin. Die großen deutschen Verlage haben mit ihrer Forderung eines Leistungsschutzrechts eine weitere, erbittert geführte Diskussion entfacht.
Im Zentrum dieser Diskussionen steht immer wieder die Frage, wie (und ob) Autoren und Verlage in einer digitalen Welt für ihre Arbeit entlohnt, bzw. ihre Leistungen monetarisiert werden können. Autoren und Verlage werden dabei leider allzu selbstverständlich im gleichen Atemzug genannt. Das man zwischen diesen beiden Gruppen sehr wohl differenzieren sollte, zeigt die wissenschaftliche Arbeit von Eckhard Höffner “Geschichte und Wesen des Urheberrechts”. Höffner vergleicht und analysiert die politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen von Großbritannien und Deutschland im 18. und 19. Jahrhundert anhand deren Büchermärkte und kommt zu einem verblüffenden Ergebnis: Obwohl Deutschland erst gute 100 Jahre später über ein gesetzliches Copyright verfügte, dem Nachdruck jeglicher Schriften und Bücher also Tür und Tor offen stand, wurden nicht nur wesentlich mehr Bücher veröffentlicht (etwas 10-20 Mal so viel), sondern auch weit höhere Autorenhonorare gezahlt.
Paradox? Habe ich auch gedacht, bis ich das Interview mit Höffner auf Telepolis gelesen habe, in dem er seine wesentlichen Erkenntnisse erklärt und zusammenfasst. Sehr sehr interessant. Vielleicht auch für dich Easy.
Hier geht´s zum Interview: “Wem nutzt das Urheberrecht?”
gefunden über das rivva – magazine
Foto von Koen Vereeken
Schon 1 mal Latscho!
2 Kommentare - abonnieren oder Kommentar schreiben
Fand ich super interessant, Addur. Erstaunlich eigentlich die Tragweite die da einer Regelung wie die des Copyright zugeschrieben wird.
um 19:11 Uhr am 15.08.`10
Fand ich auch. Und erstaunlich auch, wie scheinbar paradox und unlogisch sich komplexe Systeme auf den ersten Blick verhalten.
um 14:33 Uhr am 18.08.`10
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