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  1. Gravatartobolski

    Ich habe kürzlich das neue Buch von Helge Timmerberg “Der Jesus vom Sexshop – Stories von unterwegs” gelesen, übrigens sehr kurzweilig und empfehlenswert, wie alle seine Bücher. In diesem findet sich das Kapitel “Sieben Tage im Reich der Angst (Nordkorea)”. Er stellt einem, wie ich finde, zeimlich beeindruckend, das Nordkorea vor, das er es als Journalist kennengelernt hat.
    Eine kurze Leseprobe:
    “Tags darauf wurde unserem Fotografen erst mal erklärt, was er fotografieren durfte. Im Prinzip alles, nur folgende Ausnahmen zu beachten: keine Baustellen oder einstürzende Neubauten, um sicherzugehen eigentlich gar keine Häuser oder Strassen sowie keine militärischen Anlagen, also auf gar keinen Fall Soldaten oder Polizisten, und, um sicherzugehen, eigentlich überhaupt keine Menschen. Was er fotografieren konnte, waren alle Denkmäler des ewigen Führers (Kim Il-sung) und des geliebten Führers (Kim Jong-il), aber diese auch nicht von hinten oder von der Seite und auch nicht im Ausschnitt, sondern immer nur von vorne und von oben bis unten.

    Der einzige Fernsehsender zeigt hauptsächlich Kriegsfilme, in denen Japaner und Amerikaner massakriert werden, und berichtet man doch mal von etwas anderem, zum Beispiel von internationalen Sportereignissen wie den Olympischen Spielen, werden alle Wettkämpfe ausgelassen, in denen Sportler feindlicher Nationen gewinnen. Nach nordkoreanischer Nachrichtenlage hat also seit fünfzig Jahren kein US-Sprinter und kein japanischer Karatekämpfer oder Sportschütze mehr irgendwas gewonnen. Um dieses Weltbild nicht zu zerstören durfte ich mit niemandem sprechen.

    Woran erinnern sie (die Nordkoreaner) mich? An eine Sekte. Augen sind die Fenster zur Seele und ihre scheinen schwer manipuliert.

  2. Gravatardaph

    Nachtrag zum Thema:
    Koryographie von Tom Abraham
    (gefunden auf Spreeblick)

“Dunkle Mächte, weiße Flecken” kommentieren