Michael Haneke in 43 Minuten

Michael Haneke Fangemeinde hergehört:
Die kürzlich auf Arte gezeigte Dokumentation “Mein Leben – Michael Haneke” kann noch ein paar Tage lang auf arte+7 online angeschaut werden. Seit der “My Architekt”-Katastrophe gehe ich zwar deutlich kritischer an biografische Dokumentationen heran und würde normalerweise nichts empfehlen, was ich nicht selbst gesehen habe. In diesem Fall aber rennt die Zeit, ich werde in den nächsten Tagen nicht mehr dazu kommen es mir anzuschauen und dann ist das Ding um die Ecke. Ich habe durchweg positive Stimmen zu der Doku gelesen und abgesehen davon: Was soll bei einer Doku über Haneke schon schiefgehen. Wäre doch schade, wenn sie am Ende keiner sieht.
Er ist einer der umstrittensten Kinoautoren der europäischen Filmkunst. Und einer der meist gefeierten. Mehrfach war Michael Haneke schon in Cannes nominiert, in diesem Jahr gewann er die Goldene Palme für seinen Film “Das weiße Band”.
Gero und Felix von Boehm haben den Regisseur für das Porträt bei den Dreharbeiten und der Postproduktion dieses preisgekrönten Films begleitet. Ihre Dokumentation will dem Geheimnis und den Obsessionen dieses Mannes auf die Spur kommen: Wie kommt ein höchst humorvoller, toleranter und weltoffener Wiener dazu, derart düstere Filme zu drehen?
Viel Spaß (wenn man das bei Haneke wünschen darf).
via iheartpluto
Find´ich latscho!
2 Kommentare - abonnieren oder Kommentar schreiben
Danke fuer den Tipp.
Was meinst du denn mit “My Architect”-Katastrophe? Kein Fan von Louis Kahn geworden?
um 17:53 Uhr am 10.02.`10
Louis Kahn war ein Lebenskünstler, geheimnisvoll, getrieben, besessen, ein Genie. Sein Sohn dagegen ist eine armselige Woscht. Ohne Gespür für das Werk und die Bedeutung seines Vaters. Der einzige Satz, an den ich mich von ihm erinnern kann war sein stetig wiederkehrendes triumphierendes “I´m his son!”, dass er mit Vorliebe seinen Interviewpartnern gegenüber äußert, nachdem diese schwärmerisch über seinen Vater reden. Wie recht er hat. Er ist nicht mehr, als der gekränkte, vernachlässigte Sohn von Louis Kahn und und genau so ist auch seine Dokumentation. Oberflächlich, weinerlich und egozentrisch.
Aber am deutlichsten bringt das der Typ in dem Parlament von Bangladesch zum Ausdruck, als Nathaniel auf die Frage, wie viel Zeit er diesem Bauwerk in dem Film widmen würde, antwortet: etwa 15 Minuten. Der Typ hat sichtlich Probleme seine Fassung zu bewahren und erwidert höflich, dass diese Zeit nicht ausreichen würde, um die Tragweite und Relevanz dieses Gebäudes für die Menschen von Bangladesh zu erfassen. Sein Gesicht aber sagt: Geh nach Hause Kind, Du hast nichts verstanden.
Und anstatt daraus zu lernen und diesem Gebäude den bestmöglichen Raum zu geben, bleibt es bei den mickrigen 10 Minuten, während er scheinbar alle Zeit der Welt hat, sich rollschuhlaufend in dem Vermächtnis seines Vaters abzulichten…
um 16:59 Uhr am 11.02.`10
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