Bildwerfer

Julius von Bismarck hat die Funktionsweise seiner Spiegelreflexkamera kurzerhand umgedreht und dadurch einen portablen Bildwerfer geschaffen. So weit so gut. Aber. Der sogenannte “Fulgurator” wird gewitzterweise durch das Blitzen fremder Kameras ausgelöst und projiziert nur für diesen Bruchteil einer Sekunde sein Bild auf das anvisierte Ziel. Das Ergebnis dieses “Aparat(s) zur minimal-invasiven Manipulation von Fotographien” (Bismarck) sind nicht nur verdutzte Fotografengesichter sondern auch verwirrte Blogleser. Bevor ich mir hier also einen Wolf erkläre verweise ich lieber auf das Video. Schräger Typ – saugute Idee.
Das Ding ist einmal quer durch die Blogosphäre gegangen, weiß gar nicht mehr genau wo ich es zuerst entdeckt habe. Ich sach jetzt mal hier.
Schon 4 mal Latscho!
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Bin mir nicht sicher ob das gewollt war aber ich denke schon. Ich glaube auf dem obere Bild nämlich eine gewisse Ähnlichkeit zu erkennen…
um 14:01 Uhr am 06.11.`09
Geniale Idee. Das wird den Werbern keine ruhe lassen. Bin mal gespannt, wie sich die Geschichte weiterentwickelt… Patent hin oder her, das ist einfach viel zu gut als dass der sympathische Bartträger die Sache unter Verschluss halten könnte.
Mich wundert nur die Tatsache, dass er für so brisante Aktionen wie mit Mao nicht auf Infrarotlicht zurückgreift. Dann würden die Projektionen zwar nur auf Digitalkameras auftauchen aber blieben für die Wachschergen auch bei Dauerblitzlichtgewitter unsichtbar…
Wird wohl seine Gründe haben… der Typ ist ja nicht blöd und hat sich ein bißchen intensiver mit der Materie beschäftigt als ich.
Addur, du als alter Photoexperte: weißt du, was dagegen sprechen könnte?!?
um 15:24 Uhr am 06.11.`09
Abgesehen davon, dass ich gar nicht wusste, dass Digicams den Infrarotbereich “out of the box” überhaupt abbilden können, wenn man nicht explizit im “Infrarot-Modus” ist, würde ich da Folgendes sagen:
Infrarotstrahlung ist zum größten Teil Wärmestrahlung. Spezielle Kameras (oder Digicams) können also die Quelle der Strahlung abbilden, z.b. Menschen, Tiere, Feuer, Objekte… Bismarcks Fulguratorbilder sind aber nicht die Bildquelle an sich, sondern lediglich Projektionen letzterer.
Er müsste sein Projektionsziel also im wahrsten Sinne des Wortes “aufheizen”, damit eine Wärmebildkamera dies abbilden könnte. Das wird er sicherlich nicht in der “Blitzzeit” schaffen.
Abgesehen davon glaube ich, das insbesondere der gute Mao so infrarottechnisch bestimmt ganz gut überwacht wird…
Aber das ist ja eigentlich ein Fall für Zimmer, oder? Wo ist der denn schon wieder – wenn man ihn mal braucht…
um 16:26 Uhr am 06.11.`09
Totaler Hammer die Idee. Und spannend wie viele grundlegende moralische Fragen die Idee und die Haltung des Künstlers aufwerfen.
Macht, hat er ja nicht nur dadurch, dass er Bilder manipulieren kann sondern auch dadurch, dass er Herr über die Technologie ist. Macht bedeutet ja immer auch Verantwortung. Da stellt sich halt die Frage, ob es einen Ausweg daraus gibt, das andere die Sache kopieren und zu “bösen” Zwecken nutzen können. Falls ja, hat der Schöpfer dann nicht die Verantwortung dies zu verhindern? Z.B. in dem er die Technologie frei gibt, jedem zur Verfügung stellt und somit jeder weiß, dass er jederzeit manipuliert wird und dadurch dann eigentlich gar nicht mehr manipuliert werden kann? Ähh, versteht Ihr was ich meine?
Auch dieser Spruch über gute Werbung (”Gerade gute Werbung find ich noch schlimmer als schlechte Werbung”) ist sehr diskussionswürdig. Solange es Werbung gibt, ist es doch immer in unserem Interesse, dass die Werbung gut, also nicht abstoßend ist, solange wir sie als Werbung identifizieren können. Aus meiner Sicht ist die Werbung gute, die uns auf transparentem und vor allem unterhaltsamen Wege überzeugt uns für das beworbene zu entscheiden. Oder ist gerade die nicht als Werbung identifizierbare Werbung, die gute Werbung, weil wir nicht belästigt werden…?
um 16:37 Uhr am 06.11.`09
Mich erinnert ja eher an Grizzly Adams, auch ideologisch. Schräg fin ich inm übrigen überhaupt nicht außer vielleicht seinen Style, im Gegenteil er macht einen sehr bodenständigen Eindruck. Seine Aussage zur Werbung finde ich übrigens sehr passend, insbesondere bei Guerilla-Werbung, da ich Werbung unterstelle mich manipulieren zu wollen und weniger mich gut zu informieren. Ich denke da an die Flummis die mich null informiert, sehr wohl aber manipuliert haben.
Durch die Patentierung ist das Gerät im übrigen nur für eine Gewisse Zeit geschützt, ich glaube 20 Jahre. Nachahmer wird es wohl schon früher geben und ob sich der gute teure Gerichtsverhandlungen leisten kann bezweifle ich.
um 17:16 Uhr am 06.11.`09
“Maybe”, yeah! Monstersong!
um 18:52 Uhr am 06.11.`09
Werbung, ja, was soll man da sagen. Manipulativ wird Werbung in mindestens zweierlei Hinsicht: Zum einen, wenn man sie nicht als solche erkennt (erkennen kann) und daher für Information hält, oder wenn man sie so oft serviert bekommt, das man sich ihr nicht mehr entziehen kann und deren Botschaften sich in einem anreichern. Das ist dann echt ekelhaft.
Neben der “Information” und “Manipulation” gibt es auch noch die “Unterhaltung” und zu dieser Sparte würde ich das Flummidings zählen. Wenn man “positiv von etwas eingenommen sein” als Manipulation betrachtet, dann ist diese Form der Unterhaltung sicher auch Manipulation, womit wir dann auch schon bei “Marken” und “Image” wären und dann wirds erst richtig kompliziert. Ich persönlich würde da vielleicht nicht so weit gehen. Werbung ist bei weitem nicht der einzige Aspekt, der das Image beeinflusst, meiner Meinung nach sogar ein zunehmend in den Hintergrund tretender, nur ist das noch nicht überall angekommen.
um 19:08 Uhr am 06.11.`09
Sehr pfiffige Aktion.
Ich hoffe ja sehr, dass ihm (und uns) das “Guerilla-Marketing” erspart bleibt. Wenn man eine werbefinanzierte Zeitung liest, hat man wenigstens noch Kontrolle darueber, ob man Werbung konsumieren moechte oder nicht. Bei Guerillamarketing hat man dann aber ueberhaupt keine Chance mehr, der penetranten Infiltration durch 02 und andere zu entgehen.
Finde es auch ueberhaupt nicht witzig, wie alle moeglichen Informationskanaele (vor allem im Internet) durch Guerillamarketing verschmutzt werden, weil Firmen getuerkte Empfehlungsberichte in Foren, bei Produktvergleichsseiten etc. einstreuen.
Guerillamarketing klingt nach Kunstaktion und damit irgendwie positiv. Aber ausser “verbieten und bestrafen” faellt mir dazu eigentlich nichts ein.
um 23:36 Uhr am 06.11.`09
Waere schon laestig auf seinen Urlaubsfotos zuhause irgendwelche “Slogans” wiederzuentdecken…aber klar, Einsatzgebiete fuer dieses dodaahl abgefahrene Ding gibt’s natuerlich ohne Ende. Er ist schon ein Rocker, der jute Bismarck
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um 18:47 Uhr am 07.11.`09
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