Kokon – Ein Provisorium
Nachdem wir im letzten Jahr alle etwas nachlässig waren, was die Vorstellung der wONstwerke hier auf onsline angeht, mache ich jetzt einfach mal den Anfang. Das diesjährige, durchaus nicht ganz unumstrittene Thema lautete “Provisorium”. Was unterscheidet ein Provisorium von einer echten, einer zufriedenstellenden Lösung, wo doch oft nichts dauerhafter ist als ein Povisorium?
Ich denke der Schlüssel liegt in dem Wörtchen zufriedenstellend. Viele der Provisorien, die mich umgeben erledigen ihre Aufgabe durchaus angemessen und trotzdem erwecken sie in mir ein Gefühl der Unzufriedenheit, des Unwohlseins, sie schnüren mich ein, behindern mich, sie gefallen mir nicht, sind häßlich und unansehnlich. Im Grunde ist mein Leben ein Katamari, ein einziges großes Provisorium, notdürftig zusammengehalten von einem chaotischen, klebrigen Flechtwerk.
Als Kind war eines meiner liebsten “Spielzeuge” Klebeband, mit dem ich schlicht alles umwickelt habe, was mir in die Finger kam und einer Reperatur oder, und das war der weit häufigere Fall, einer Transformation bedurfte.
Zwei Kilometer Klebefilm umgibt den Kokon, Bahn um Bahn, Schicht um Schicht, in dem man sich sicher, geborgen, eingeschnürt und beengt fühlen kann und den man einestages abstreifen wird. So oder so.
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Hier eine Zeitrafferaufnahme, die während des Entstehungsprozesses entstanden ist:

Schon 8 mal Latscho!
9 Kommentare - abonnieren oder Kommentar schreiben
Der absolute Wahnsinn!!!
um 18:53 Uhr am 09.10.`09
Und schwupps haben wir den ersten Beitrag für das wONstbuch 2009! – Super Deine Dokumentation, besonders cool ist der Zeitraffer. Das sollte man echt machen. Ich hatte auch zwischendurch darüber nachgedacht, während des Arbeitsprozesses Bilder zu machen und hab es dann leider vergessen. Ich hätte es mir auf meine To Do Liste schreiben sollen …
um 16:02 Uhr am 10.10.`09
Mit dieser letzten Liste hättest Du dein wONst dann live vollenden können…
um 16:13 Uhr am 10.10.`09
Ja, coole Idee! Nächstes Jahr dann, ich schreib´s mir schon mal auf.
um 16:37 Uhr am 10.10.`09
Du bist schon ein Freak, Addur !! Ganz krass und respekt !
um 19:29 Uhr am 13.10.`09
….das geilste an dem Film bleibt allerdings……trrrrrrrr……DAPHI !!!! : )
um 19:30 Uhr am 13.10.`09
wONst machen ohne Daphi ist eben nicht denkbar.
Habe heute übrigens mal ein wenig nach Tape-Art gegoogelt und mit Erschrecken feststellen müssen, dass sich da bereits fast ein kleines Sub-Genre gebildet hat. Wichtigster Vertreter scheint hier Mark Jenkins mit seinen Street-Art Installationen zu sein
und es gibt sogar HowTo´s und Videos zum Erstellen von Tape-Art. Hätte ich das mal bloß früher entdeckt. Natürlich gibt es noch ein Haufen anderer Dinge, die man mit Klebeband machen kann. Zum Beispiel solche wunderschönen Paketbandcollagen, wie sie Mark Khaisman macht:
und viele andere.
um 09:32 Uhr am 14.10.`09
Was geht denn ab?!? Sind das jetzt etwa meine versprochenen 15 min. Ruhm? Toll… danke Andy, danke Internet, danke Artur!
um 21:14 Uhr am 15.10.`09
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