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  1. Gravatarsideburner

    Hey Wurzel,

    war so frei und habe dir deinen Kommentar editiert. Du musst den link von dem Video folgendermassen posten:

    [flash]xxxxx[/flash]

    für X gibst du den entsprechenden link ein…

  2. Gravatarjochie

    Schräger Kram,
    ich bin mir tatsächlich ein wenig unsicher ob das ernst gemeint ist. Die Leute im Publikum hielten es zumindest für plausibel.

  3. GravatarArtur

    Linde, Du ist hiermit zum stellvertretenden Administrator aufgestiegen. Gratuliere!

  4. Gravatarhanso

    Sehr amuesant and auch ganz intelligent, aber leider halt auch recht besserwisserisch.

    Ist natuerlich sehr leicht, Globalisierung und Textilhandel als ausbeuterisch darzustellen. Die Frage ist aber nicht, ob in einer globalisierten Welt alles so ist, wie sich die Yes Men die Welt wuenschen, sondern ob es Entwicklungslaendern mit Globalisierung besser oder schlechter geht.

    Da kann man geteilter Meinung sein. Aber in jedem Fall ist die materielle Armut in Entwicklungslaendern in den letzten 20 Jahren dank der Globalisierung massiv zurueckgegangen. Aus diesem Grund koennte es sein, dass die zunaechst als total utopisch eingeschaetzten UN Millenium Goals 2015 erfuellt werden (auch wenn die Finanzkrise sicher ihre Spuren in Asien hinterlassen wird).

    Interessanterweise ist die extreme Armut nicht in erster Linie durch die von der UN eingeforderte Entwicklungshilfe zurueckgegangen (viele Laender haben einfach keinen Bock, mehr Entwicklungsgelder bereitzustellen). Sondern vor allem Produktion fuer den westlichen Markt hat hunderte Millionen Menschen aus der extremsten Form der Armut herausgeholt.

    Ueber Adidas und Nike kann man natuerlich super motzen als Westler, aber letzlich hat deren Auslandsproduktion dazu beigetragen, dass die Leute weniger Hunger leiden, sozial und medizinisch besser versorgt sind, eine bessere Bildung bekommen, einfache Beduerfnisse befriedigen koennen und vor allem ihren Familien regelmaessig Essen auf den Tisch stellen. Finde es auch sehr anstrengend, wenn Globalisierungsgegner was von Ausbeutung der dritten Welt noelen, selber aber mit dem in Asien produzierten Kram rumlaufen und jammern dass Klamotten zu teuer sind (also Loehne noch mehr kuerzen, oder was?).

    Es ist unbestreitbar, dass die Globalisierung auch eine Menge Bullshit mit sich gebracht hat, und dafuer ein Bewusstsein zu schaffen macht sehr viel Sinn (z.B. was kulturelle Veraenderungen angeht). Auch ist die Armut in einigen Teilen der Welt (z.B. sub-Saharan Africa) nur unwesentlich zurueckgegangen. Aber insgesamt finde ich das moralische Gehabe des Vortrags relativ schwer nachzuvollziehen.

    =================

    NACHTRAG: Hab mal die Entwicklung der Millenium Goal Indikatoren (Vergleich 1990 und 2005) angeschaut.

    Anteil der Bevoelkerung in extremer Armut: runter
    Anteil an Kindern mit Schulbildung: rauf
    Zugang von Frauen zu (nicht-agrar) Jobs: rauf
    Kindersterblichkeit: runter
    Medizinische Aufsicht bei Geburten: rauf
    Anteil der Bevoelkerung mit Zugang zu sanitaeren Anlagen: rauf
    Entwicklungshilfe: rauf

    Der einzige Indikator, der schlechter war, ist der AIDS-Indikator (aber auch da Verbesserung in den letzten fuenf Jahren).

  5. Gravatartorio

    Naja Häns, wir haben da ja schon das ein oder andere mal drüber diskutiert. Leider hab ich die ganzen schlagenden Argumente, die ich damals in Kambodscha hatte, als wir vor den Folterkammern der Textilindustrie standen, nicht mehr so genau in Erinnerung. Aber irgendwie bin ich mir nicht sicher, ob man, vor allem wenn man die Aktion der Yes Men beurteilt, einfach nur fragen sollte, ob es den Menschen in den Entwicklungsländern jetzt besser geht oder nicht.

    Ich frage mich halt, wie es den Menschen dort heute gehen würde, wenn die ganzen westlichen Investoren von Anfang an immer die gleichen moralischen Maßstäbe angesetzt hätten, wie sie es zur gleichen Zeit in Ihren Heimatmärkten tun mussten?

    Und ich frage mich, warum das Besserwisserei ist, wenn eine Künstlergruppe, sicherlich nicht unpolemisch (aber das ist meines Erachtens auch ihr Job), Textilindustrielle darauf hinweist, dass unter ihnen vielleicht welche sind, die es zu lassen, dass Menschen in ihren Firmen, unter unmenschlichen Bedingungen arbeiten?

    Eigentlich finde ich es auch schräg den Künstlern moralisches Gehabe vorzuwerfen und dann ausschließlich mit Zahlen zu kommen. Vor allen dingen Zahlen, die immer schön ausblenden, was mit dem bestehenden Wissen möglich gewesen wäre. Und da kommt nämlich genau die Moral ins Spiel. Die ganzen Leute, die sich einen Dreck darum scheren, ob Kinder in Ihren Fabriken arbeiten, handeln nun mal absolut unmoralisch. Moral lässt sich nicht quantifizieren. Ich finde mit den Zahlen macht man es sich zu einfach.

  6. Gravatarhanso

    OK. Keinerlei Widerspruch was die Arbeitsbedingungen angeht. Da braucht man ja auch nicht lange drueber streiten, dass ein Haufen Firmen sich Sachen rausnimmt (oder zumindest -nahm), die zum Kotzen sind. Wenn ich’s richtig in Erinnerung hab, sind globale Arbeitsschutzregelungen zwar bisher immer an den Entwicklungslaendern gescheitert, aber dann muss man halt vielleicht in Industrielaendern Gesetze erlassen, um Verhalten im Ausland zu bestrafen (sowas gibt’s ja z.B. bei Paedophilie). Bin ich auch total fuer, wenn’s moeglich ist. Aber darum geht’s dem Film ja nicht primaer.

    Was der Film macht, ist die Gleichung Globalisierung = Sklaverei zu niedrigeren Kosten aufzustellen. Er verpackt das dann lustig und hofft, dass die Firmenrepraesentanten das zunaechst mal schlucken, so dass der Zuschauer sich nachher ueber sie lustig machen kann (H&M tragenderweise). Wenn der Film also tatsaechlich nur unmoralisches Verhalten individueller Firmen anprangern will und nicht die Globalisierung an sich, dann ist’s an mir vorbei gegangen.

    Ich weiss halt nicht, ob’s eigentlich so zum lachen ist, bei der riesigen Anzahl von Leuten, die sich wuenschen wuerde, in einer Exportfabrik arbeiten zu koennen, aber das Pech hat in Myanmar oder Simbabwe zu leben, wo die Globalisierung an ihnen vorbei gegangen ist und sie mit 50 cent am Tag versuchen koennen am Leben zu bleiben.

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