James Bond – Quantum of Solace

Man kann im europäischen Kulturraum aufwachsen, ohne einmal im Phantasialand gewesen zu sein, ohne Star Wars gesehen zu haben und ich hab sogar von Leuten gehört, die keine einzige Folge A-Team gesehen haben. Ja, sowas gibt es. Aber ich kenne wirklich keine einzige Person, die noch nie einen James Bond gesehen hat. Über das Phänomen James Bond und seine Wandlungen im Laufe der Jahrzehnte lassen sich problemlos Bücherwände füllen.
Mein persönliches Verhältniss zu dem Doppelnull-Agenten würde ich als distanziert positiv beschreiben. Ich finde einige frühe Bonds mit Connery ziemlich gut, liebe seine Gagdets und verehre Maurice Binder für seine Titelsequenzen zu Dr. No, From Russia with love und Thunderball. Jedoch konnte ich weder Roger Moore, noch den anderen noch viel kläglicheren Besetzungsversuchen viel abgewinnen. George Lazenby markiert dicht gefolgt von Timothy Dalton den Tiefpunkt, auf Remington Steel ähh Pierce Brosnan hatte ich mich anfänglich gefreut und letztlich arrangieren müssen.
Casino Royale markierte dann für mich einen bondschen Wendepunkt. Daniel Craig sah auf den ersten Fotos zunächst nicht sehr vielversprechend aus. Das sollte der neue Bond sein? Wo ist denn da der britische Gentleman geblieben? Im Film konnte er mich dann aber auf ganzer Linie überzeugen. So muss der Bond des neuen Jahrtausends aussehen.
Quantum of Solace macht nun da weiter, wo Casino Royale aufgehört hat. Verspielte Gadgets gehören der Vergangenheit an, dieser Bond braucht keine schmierigen Tricks mehr (hätte nie gedacht, daß ich das einmal sagen würde), er handelt geradlinig, konsequent und skrupellos. Wie weggeblasen ist die britische Zurückhaltung und das betrifft die Figur des James Bond ebenso wie die filmischen Mittel. Quantum of Solace ist brutal, er ist dreckig und er tut weh. Halsbrecherisch geschnitten lösen sich die Actionsequenzen buchstäblich in ihre Einzeteile auf, stroboskopartig aufblitzende Fragmente von Gewalt, ächzenden Körpern und berstenden Flächen. Hier geht es nicht um orchestriertes Actionballet vor eindrucksvollem Setting. Hier geht es um Momentaufnahmen, Bruchteile die einem im Gedächtnis haften. Mit dieser Form der Inszenierung hat sich Quantum of Solace allerdings keineswegs nur Freunde gemacht:
Nahaufnahmen, Wackelkamera und unmotivierte Schnitte machen die Übersicht schnell zunichte. Wer verfolgt bei der initialen Autojagd wen? Welches Auto fährt hinter welchem? Scheissegal, die Karren sehen eh alle gleich aus. [...] Fünf Filmfreunde
Ich bin da etwas anderer Meinung und denke diese Form der Darstellung ist der einzig konsequente Weg aus der überstilisierten John Woo´schen Zeitlupenäthetik. Die Matrix ist Bonds Sache nicht und das ist gut so. Nun ist dies beileibe nicht der erste Film, dessen Schnitt überfallartig über den Zuschauer hereinbricht und so muss sich dieser entkernte James durchaus den Vergleich mit Jason Bourne oder Jack Bauer gefallen lassen.
Was macht einen Agenten also zum Bond? Seine Oneliners, seine Frauen, sein Stil? Die Anzahl der Szenen, in denen Bond pikobello sauber in eleganten Smokings und Anzügen auftritt haben im Vergleich zu Casino Royale stark abgenommen. Stattdessen stapft er staubverdreckt durch abgelegene Landschaften und muss sogar sein “Bond Girl” aus einem Flugzeug stürzen und meilenweit durch die Wüste schleifen, ehe sie so langsam anfängt gut auszusehen. Eine Vesper Lynd alias Eva Green hätte das nicht gebraucht – da kann man Bonds Suche nach Vergeltung nicht verdenken.
Die einfache Antwort auf die Frage jedoch lautet: James Bond sieht bei allem was er tut einfach IMMER GUT AUS. Darum gehts. Er bewahrt Haltung. Egal, ob er bei einer Verfolgungsjagd einen Aston Martin schrottet oder auf einer abgewrackten Enduro durchs Hafenviertel eiert. Und das hat seit Sean Connery kein Darsteller so perfekt verkörpert wie Daniel Craig.
Außerdem ist mir endlich klar geworden, an wen mich dieser Typ mit seinen blauen Augen, den knochigen Gesichtszügen, der Baracuta und der hellen Jeans auf einem Motorrad sitzend erinnert: Steve McQueen.
Dann kann ja eigentlich nichts mehr schief gehen.
P.S.: Was mit der Story ist? Keine Ahnung, hab ich vergessen. War auch nicht so wichtig.


Find´ich latscho!
18 Kommentare - abonnieren oder Kommentar schreiben
Ich hab ihn selber noch nicht gesehen – hauptsaechlich wegen der durchwachsenen Feedbacks, die ich bekomme. Aber laesst sich wohl runterbrechen auf: viel Action, sehr viel Action. You liked Bourne? You’ll like Bond! Nun, ich muss sagen, ich fand Bourne ganz cool, und fand Casino Royale, aehnlich wie du, ein totaler Knaller, ein unerwarteter Durchbruch fuer eine Marke, die fuer mich schon lange nur noch fuer einen Fernsehnachmittag getaugt hat, wenn ueberhaupt. Deshalb bin ich auch ein wenig enttaeuscht, dass die Macher v Bond es diesmal nur in der eigentlichen Geschichte wohl ‘geschafft’ haben, an dem ersten Craig Bond anzuknuepfen – es wohl anderswo aber nur bedingt schafften. Das zumindest lese ich aus den verschiedenen Feedbacks – vielleicht waren auch die hohen Erwartungen einfach zu hoch. Wie gesagt, Casino Royale war vielleicht einfach zu sehr eine Ueberraschung, zu sehr ein Generationssprung, um daran wirklich, was den Eindruck, den er bei seinen Zuschauern hinterliess, anknuepfen zu koennen.
um 18:42 Uhr am 16.11.`08
Ich habe den neuen Bond auch noch nicht gesehen und weiß nicht, ob ich´s überhaupt mache. – Für alle Bond-Fans hier jedenfalls einige musikalische Hinweise.
Zunächst ein swingend-jazziger und lässiger Bond von Count Basie, aus dem Album “Basie meets Bond”.
Goldfinger – Count Basie: http://de.youtube.com/watch?v=D1-9GgW3DRY
Dann noch ein rockender Bond in einer Interpretation des James Last Orchestras von 1974. Ich glaube da war mächtig Stimmung, wenn ich mir den Mann an der Pauke so ansehe (2:45).
Live and Let Die – James Last:
Und wie das beim Rumklicken so ist, habe ich noch einen Auftritt des James Last Orchestras gefunden, der zwar nichts mit Bond zu tun hat, aber so funky ist, dass ich ihn hier auch posten muss. Coole Anzüge und ein noch coolerer Typ am E-Piano (0:11 und 2:07)! Warum erinnert der mich an Easy?
Funkytown – James Last:
um 19:22 Uhr am 16.11.`08
Casino Royale hat einfach die um Klassen bessere Story. Mir ist das so richtig bewusst geworden, als ich mir gestern Nacht nochmal einen alten Trailer davon angeschaut habe. Der Plot hat einfach viel mehr Tiefe.
Besonders interessant ist aber auch die Tatsache, dass viele Reviews “Casino Royale” sehr viel nähe an Flemmings Buch gesehen haben als andere Bonds. Im Grunde ist durch eine Rückbesinnung auf klassisches Material also ein zeitgemäßerer Film entstanden.
Dennoch, man bekommt auch beim neuen Bond sein Quentchen Spaß…
um 19:31 Uhr am 16.11.`08
Der [flash] Tag funktioniert in den Kommentaren leider nicht. Du musst den kompletten “embed”-Code einfügen. Findest Du bei youtube rechts, direkt unter dem Begriff “einbetten”.
um 19:40 Uhr am 16.11.`08
Ja, ja. Irgendwas ist da schon wieder nicht richtig … Ich arbeite daran.
um 19:44 Uhr am 16.11.`08
aaaah….ich kann’s ja kaum noch erwarten…..mach hin Ofi – wafuer steht das eigentlich, Steffi ? Ist doch Steffi, oder ? Und wer ist eigentlich wurzelsepp? Toby, you? Ich bin so verwirrt. Easy
um 19:55 Uhr am 16.11.`08
Und ich erst! Mein Kommentar ist völlig auseinander gerissen. – Steffi ist ofi, ja. Erzähl ich Dir Weihnachten, wo der Name her ist. Und jetzt hätte ich gern das mit den Links zu Tube gern noch vorm Tatort geregelt bekommen.
um 20:03 Uhr am 16.11.`08
Die Videos gehen bei mir leider immer noch nicht : (
um 20:29 Uhr am 16.11.`08
Um die Videos anzusehen mit rechtem Mausklick auf die Links gehen, in neuem Fenster oder Tab öffnen und bei You Tube ansehen. Das müsste klappen …
[Tatortanfang verpasst und nichts geregelt bekommen.]
um 20:53 Uhr am 16.11.`08
So Mädels, jetzt hab ichs zum ZWEITEN MAL geändert, hehe. Bin gespannt, ob die Videos morgen noch drinn sind. Wie ich bereits sagte: Den ganzen “embed” Code in den Kommentar hineinkopieren.
OFI, schau Dir mal deinen Video-Kommentar nochmal an…
um 23:58 Uhr am 16.11.`08
Aach wie geil! Das IST EASY!!! Hähähä, sowas geiles…
um 23:59 Uhr am 16.11.`08
ja, das klappteSteffi. meine spacetaste klappt jetztauch wieder manchmal.aber warum blosserinnere ich dich an den e-piano player.mich erinnert der bassist eheran Reinhold Messner.
um 00:02 Uhr am 17.11.`08
Ei Artur, die besagten”embed” Codes hab ich doch gefunden, es gab sie aber nur für die beiden letzten Videos. Die hab ich denn eingesetzt und geposted (klappte!). Aber der gesamte Text um die Videos herum, wurde auch zu einem Link, der wiederum zum ersten Video führte … ?()(&@)(/%(&$€ neeee.
Dann der ungeduldige Easy, der um 20.29 behauptete, dass die Videos immer noch nicht laufen, Du warst Wandern und dann gab´s eben die Variante Mauslklick rechts. – Trotzdem Danke.
um 00:52 Uhr am 17.11.`08
Easy, der Bassist IST Reinhhold Messner oder hat zumindest den gleichen Frisör. Könnte aber auch Robin Gibb sein. –
Ich habe noch mal genau hingeschaut: Bei 2:09 erhebt er den Zeigefinger ganz lässig und untermalt diese Lässigkeit mit einem Gesichtsausdruck der ganz besondern Art – und ich glaube DAS ist es, Easy!
Und was singst Du eigentlich bei 0:43? ;- )
um 01:02 Uhr am 17.11.`08
Ei Steffi, das mach ich doch gern. Du hast außerdem recht, das erste Video hatte tatsächlich keinen “embed”-Code. Wußte bis dahin gar nicht, dass man das blockieren kann. Die Sache mit dem Kopieren des Links funktioniert natürlich auch, etwas eleganter wäre es, diesen mithilfe des “link”-Buttons einzufügen. Dann wird er direkt klickbar.
um 10:10 Uhr am 17.11.`08
Sehrgeiler Witzmit ReinholdMessner. Er IST es, was?! Meine spaceTaste geht immernochnicht.
um 21:49 Uhr am 17.11.`08
Johnny Cash hat natürlich auch ein 007-Cover auf Lager und hat sich, geschmacksicher wie er nunmal ist, eine der besten 007-Titel-Sequenzen ever ausgesucht: Thunderball
um 14:35 Uhr am 18.11.`08
Oder eben Robin Gibb … ?
Nein, es ist Benny Bendorff, der auch im Video oben drüber “Live and let die” singt. Das hätten wir.
Aberichweißimmernochnicht,wasDudabei0:43singstundgehteigentlichDeineSpacetastewieder?
um 23:15 Uhr am 18.11.`08
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